Überraschung in der Loipe

von am 23. Februar 2010

 

Claudia Nystad auf dem Weg zu Gold

Vancouver, mbl; Gerne erinnern sich alle deutschen Langläufer an die Jahre 2003 bis 2007 zurück. Alle deutschen Athleten liefen damals im Weltcup und bei den olympischen Spielen 2006 in Turin um Siege und Podiumsplätze mit. Drei mal hintereinander gewannen die deutschen Männer die Weltcupgesamtwertung. Deutschland gewann in den fünf Jahren immer die Nationenwertung vor den skandinavischen Ländern. Doch seitdem hat sich vieles geändert. Die deutschen Langläufer müssen nun der Spitzengruppe hinterher laufen. Norweger, Schweden und andere neue Superstars spielen nun die Vorreiterrolle. Besonders bei den Frauen war dies in den letzten Jahren zu sehen. So war es noch beeindruckender, was Claudia Nystad und Evi Sachenbacher-Stehle heute mittag kanadischer Zeit vollbrachten. Völlig überraschend gewannen die beiden deutschen Langläuferinnen Gold im Team Sprint.

Dabei sah es nach dem Qualifikationslauf gar nicht so gut für die beiden deutschen Athleten aus. Nach einem Sturz von Sachenbacher-Stehle in der dritten Runde konnte sich das deutsche Duo nur mit Ach und Krach als Drittplatzierte Nation für das Finale der besten acht qualifizieren. Dort taktierten die beiden Spitzensportler bravurös. Die ganze Zeit blieb das deutsche Team hinter den Schwedinnen im Windschatten. Die Lücke zu den Verfolgern wuchs somit immer stetig an. Schnell wurde klar, dass dieses deutsche Team auf Medaillenkurs war. Als dann Claudia Nystad auf der Zielgerade im Endspurt an der führenden Schwedin vorbeizog, war das Meisterstück geglückt. Die zweite Medaille für die deutschen Langläufer war gesichert. Die deutschen Fans, darunter 15 Teilnehmer des deutsch-olympischen Jugendlagers, waren außer Rand und Band. Ausgelassen feierten sie die beiden deutschen Starterinnen. Diese freuten sich und waren überglücklich über die erste deutsche Goldmedaille im Langlaufstadion in Whistler. 

Nach diesem Triumph hatten auch die deutschen Männer die Chance auf Gold. Axel Teichmann und Tim Tscharke starteten, ähnlich wie die deutschen Damen, überragend in das Rennen. Besonders Tim Tscharke konnte überzeugen. In seiner letzten Runde zog der 20 jährige Athlet an und legte einen Abstand von ungefähr zehn Metern zwischen sich und seinen Verfolgern auf den Plätzen zwei bis fünf. Leider schaffte es Axel Teichmann nicht diese Leistung zu wiederholen. Auf der zwei Kilometer langen Sprintstrecke verlor er nach und nach seinen Vorsprung auf den norwegischen Superstar Peter Northug. Dieser zog im Stadion am Sportler aus Ebersdorf vorbei und sicherte sich somit das erste Gold bei den Spielen in Vancouver und Whistler. Trotz des Sieges der Norweger in letzter Sekunde überwog die Freude unter den deutschen Fans. Denn auch mit Silber hatte vorher kaum jemand gerechnet. So war es ein Tag der Überraschungen für die deutschen Sportler und ihre Fans.

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