Integrations-Initiative

von am 25. August 2009

Sportvereine sollen um Menschen mit Migrationshintergrund werben

Iserlohn. Zu einem Infoabend „Integration durch Sport” lud die Stadt Iserlohn Vertreter von Vereinen, Verbänden und Schulen in den Ratssaal ein. Als Referent machte Will Hocker (Sportjugend NRW) den Interessierten die Bedeutung dieser Aufgabe klar.

Die Zahlen sind eindeutig: Gut ein Viertel der Menschen in NRW haben einen Migrationshintergrund, ähnlich ist die Zahl im Märkischen Kreis (28,3 Prozent) und damit auch für Iserlohn. „Ziel ist es, viele dieser Personen dauerhaft in Sportvereine einzubinden”, so Ercan Atay, Vorsitzender des Iserlohner Integrationsrats, der zugleich betonte, dass es im Interesse der Vereine sei. „Sonst verpassen sie ihre eigene Zukunft”.

Gemessen am Anteil der Migranten an der Gesamtbevölkerung ist die Quote der Vereinsmitglieder sehr gering. „Dabei haben vor allem Kinder und Jugendliche die gleichen sportlichen Interessen”, betonte Hocker. Das Problem liege in der schwierigeren Erreichbarkeit.

Dass es durchaus erstrebenswert ist, Migrantenkinder in die Vereine einzubinden, verdeutlichte das Sportamt, das mit Eiskunstläuferin Kristina Semjonov, Fußballer Serafettin Sarisoy, Boxer Kerim Atik und Leichtathlet Alexander Mertke vier Beispiele vorstellte, die für eine gelungene Integration stehen.

„Ich habe die Sprache gelernt, Freunde gefunden und mich wohlgefühlt”, lautete deren übereinstimmendes Urteil über den Stellenwert des Vereinslebens. Atay: „Diese positiven Erfahrungen übertragen sich auf die gesamte Gesellschaft, die damit in ihrer Gesamtheit profitiert.” Dem pflichtete auch Dieter Holwe vom Stadtsportverband bei. Er gestand, zunächst über die Einladung irritiert gewesen zu sein – „weil die meisten Jugendfußballteams an Weltauswahlen erinnern”. Doch beim genauen Betrachten falle auf, dass sich das im Seniorenbereich in Luft auflöse und in anderen Sportarten generell nicht zu finden sei. Allerdings wird manche Sportart auch nur noch von Migranten am Leben erhalten – wie Boxen.

Das größte Interesse bei den Vereinsvertretern, von denen sich die Stadt mehr Ideen erhofft, fanden Will Hockers Ausführungen zum Leistungsangebot durch den Landessportbund. Neben beratender, logistischer und organisatorischer Unterstützung stellt der LSB auch Finanzmittel zur Verfügung. „Hier kann ich konkret auf das Programm 1 000 x 1 000 Euro verweisen”, so der LSB-Vertreter. Ein Antragsformular hatte er gleich parat. Bis zum 4. Mai können sich die Vereine nun über die Stadt anmelden (Sportamt: 0 23 71/ 217 22 51 oder Integrationsamt: 217 17 57). Für den 6. Juni ist vor dem Rathaus eine öffentliche Vorstellung der Projekte geplant.

(Quelle: www.derwesten.de, 24.04.2009)

Eva-Marijke Thesing

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