Kanada mal anders

von am 23. Februar 2010

Die Ureinwohner Kanadas in ihren traditionellen Kostümen

Vancouver, mbl; Kanada ist heute ein westliches Land. Wie in jedem Industriestaat regieren Mc Donalds und Starbucks das Stadtbild. Menschen shoppen in Warenhausketten wie H&M oder Quicksilver. Doch wie jedes Land hat auch Kanada eine bewegte Geschichte, die in kleinen Flecken des großen Landes immer noch weiterlebt. Die First Nations aus Kanada sind die Ureinwohner der Wälder und Berge in diesem Staat. Sie lernten in der Vergangenheit mit der Natur im Einklang zu leben und praktizieren in ihren einzelnen Stämmen noch heute ihre Rituale und Tänze. Diese sind farbenfroh und im Beat der Trommeln einzigartig. Die Indianer Kanadas leben ihre Kultur und beschwören die Kräfte der Natur. Noch heute glauben sie an die Geister, die in den Bergen und Flüssen leben und natürlich an die heilende Wirkung von Gerüchen und Mediation. Dennoch bleibt der Bezug zum modernen Olympia nicht aus. Schon bei der Eröffnungsfeier gaben die Ureinwohner einen Einblick in ihre Kultur. „Darauf sind wir sehr stolz. Dies war ein Zeichen, dass wir respektiert werden,“ berichte William Manson ein Indianer des Lil‘ Wat Stammes. So wollten Sie sich der Welt präsentieren und dies hätten sie auch mit Hilfe der olympischen Spiele durchsetzten können. Damit  verbinden die Kanadier ihre alte Kultur mit der neuartigen Idee der olympischen Winterspiele. Ein Spagat, der im Jahr 2000 schon den Australiern bei den Spielen in Sydney gelang. Verständigung zweier Kulturen

Dennoch kann die Show nicht über die Wahrheit hinwegtäuschen. Die Ureinwohner Kanadas leben heute in kleinen verfallenen Häusern. Die Schule ist eine Containerlandschaft. Ein Krankenhaus befindet sich nur im etwa 20 Kilometer entfernten Pemberton. Die Arbeitslosenquote in dem Indianerörtchen liegt bei über 40 %. So müssen sich die Menschen der Vergangenheit auf die verfügbaren Mittel der Gegenwart stürzen. Dies sind meistens Fast Food und Fertiggerichte. Viele Ureinwohner leiden damit an Übergewicht und den daraus resultierenden Krankheiten wie Diabetes. Sportliche Angebote gibt es kaum. Ein alter Fußballplatz ist das einzige, was zum Sport treiben einlädt.

Nur in ihrer ganz eigenen Kultur gehen die Indianer auf. Die traditionellen Tänze geben den Ureinwohner das zurück, was die Weißen ihnen genommen haben. So war es ein Ehre für die Mitglieder des deutschen Jugendlagers bei der Jahrestanzveranstaltung der Lil’ wat teilnehmen zu dürfen. Denn zum ersten Mal in ihrer Geschichte tanzten weiße Menschen mit den Indianern. Die Jugendlichen schlugen so eine neue Brücke der Verständigung. Dabei stießen sie auf viele freundliche Gesichter. Die Natives freuten sich die deutschen Athleten aufnehmen zu dürfen. So entwickelte sich ein Tanzfest der besonderen Art. Denn in den vier Stunden der Zeremonie verband sich die deutsche Jugendkultur mit der kanadischen Kultur der Vergangenheit.  Eine große Ehre - Zusammen mit den ersten Völkern Kanadas durfte auch das deutsche Jugendlager mit einziehen.

2 Antworten zu “Kanada mal anders”

  1. hanno sagt:

    Hallo Moritz, danke für deine tollen Artikel. Ich finde es vor allem spannend was ihren neben Olympia noch so alles an interkulturellen Austausch erlebt.
    Ich wünsche dir und allen anderen Teilnehmern noch tolle Olympiawoche.
    Viele Grüße aus vom Team der Sportjugend
    Hanno

  2. norbert sagt:

    ich danke auch bin grad selbst von einer besonderen Wintersportwoche zurück und schau mal schnell in die Artikel liebe Grüße Norbert

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