Gold verschenkt – Bronze gewonnen
von Mo am 24. Februar 2010
Vancouver, mbl; Björn Kircheisen hat den letzten Anstieg des heutigen Tages vor Augen. Im Schneetreiben von Whistler kann er in seinem Blickfeld gerade noch die beiden Führenden aus Österreich und den USA erkennen. Noch einmal setzt der deutsche Kombinierer eine Schlusssprint an. Am Rand schreien ihn die deutschen Fans vom deutsch-olympischen Jugendlager den Berg hinauf. Zwanzig Sekunden später fahren die drei Führenden in das olympische Langlaufstadion ein. Doch Björn Kircheisen konnte nicht mehr in den Kampf um Gold und Silber eingreifen. So wurde es nach dem Springen und Laufen ein dritter Platz für die Staffel der Deutschen in der Nordischen Kombination. Damit retteten die deutschen Athleten einen an sich nicht ganz optimalen Wettkampf.
Denn schon beim ersten Sprung geriet das deutsche Team ins Hintertreffen. Tino Edelmann erreichte nur eine mittlere Weite auf der Schanze. Dazu kamen noch schlechte Noten der Kampfrichter für den Deutschen. Mehr als ein neunter Platz bei zehn startenden Nationen stand nach dem ersten Durchgang auf der Schanze für das deutsche Team nicht zu buche. Der Zeitabstand zu den führenden Finnen betrug schon jetzt satte 50 Sekunden. Mit einer starken Sprungleistung von Eric Frenzel, Johannes Rydzek und Björn Kircheisen drehten die Deutschen dann aber noch einmal das Blatt. Nach und nach machten sie einen Platz nach dem Anderen gut und konnten sogar einige Sekunden vom Vorsprung der Finnen abknabbern. Am Ende der vier Durchgänge fand sich die Mannschaft auf dem fünften Platz wieder. Dies bedeutete einen Zeitrückstand von 42 Sekunden auf die Finnen, die vor den Amerikanern in die Loipe gehen sollten.
So startete der vier mal fünf Kilometer Staffellauf in Whistler. Schnell fand sich eine Fünfergruppe aus Deutschen, Österreichern, Norwegern, Japanern und Franzosen, die das Führungsduo Finnland und die USA jagten. Tino Edelmann, der sichtbar seinen verkorksten Sprung wettmachen wollte, leistete eine gute Führungsarbeit. Schnell schlossen die Verfolger die Lücke nach vorne. Nun begann das Rennen von vorne. Am ersten Anstieg der Strecke zog Edelmann ebenfalls an. Mit diesem Zwischensprint spaltete er die Führungsgruppe. Denn nur die US-Amerikaner und die Österreicher konnten dem Deutschen folgen. Diesem geschah in der nachfolgenden Abfahrt das Missgeschick des Tages. In Führung liegend rutsche Edelmann auf einer Eisplatte in der Strecke aus und verlor sie die entscheidenden Meter und Sekunden auf Österreich und die USA. Auf den letzten Metern wuchs der Rückstand der Deutschen weiter an, so dass Edelmann als Dritter mit rund 20 Sekunden Rückstand an die nächsten deutschen Starter übergab.
Die schafften es zwar nicht mehr den Rückstand entscheidend zu verringern. Dennoch gelang es ihnen die wiedererstarkten Franzosen in Schach zu halten. So gewann das deutsche Quartett Bronze, obwohl sie Gold verschenkt hatten.


