Allein unter Athleten

von Mo am 22. Februar 2010

 

Die drei Frauen auf dem Podium im Skeleton

Die Gegend ähnelt einer ganz normalen Wohnsiedlung. Straßenzüge ziehen sich durch das Grundstück. Busse laden Personen, die an futuristischen Bushaltestellen warten auf. Die Häuser sind in typischer kanadischer Leichtbauweise gebaut. Ein Dorfplatz bildet das Zentrum der Siedlung. Obwohl dieses Wohnviertel genauso aussieht wie jedes in Kanada, ist es doch besonders. Denn an allen Häusern hängen die Flaggen in Symbole der verschiedenen Nationen aus aller Welt. In den Wohnungsbauten leben für zwei Wochen die Athleten der 21. olympischen Winterspiele. Die unscheinbaren Wohnungen sind dabei der einzige Rückzugsort für die Olympioniken. Kein Sponsorenvertreter und kein Journalist erhält Einblick in das Leben im olympischen Dorf. So war es eine große Ehre für Dominique Dierk und Moritz Belmann, Teilnehmer des vierten deutsch-olympischen Jugendlagers, das olympische Dorf besuchen zu dürfen.

„Hier gibt es nur eine Regel. Wir lassen die Athleten in Ruhe.“, erklärt Uwe Mitarbeiter im olympischen Dorf den beiden Jugendlichen am Anfang der Führung durch die Wohnsiedlung. Dies ist äußerst verständlich, wenn man sich vor Augen führt, was es bedeutet Olympionik zu sein. Neben den eigentlichen Wettkämpfen muss jeder Sportler ein straffes Presseprogramm absolvieren. Zudem kommen noch Termine mit den Sponsoren der Olympiamannschaft. So wird die Berufung zu den Spielen zu einem 24-Stunden-Job. Da sei es wichtig, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) ein Raum schaffe der den Sportlern einen Rückzug aus dem olympischen Alltag ermögliche, erklärt Uwe in der deutschen Ecke im olympischen Dorf. Diese zeichnet sich besonders durch einen beeindruckenden Adler, der auf dem Vordach des deutschen Büros thront, aus. „Jedes mal wenn wir eine Medaille holen, bekommt der Adler auch eine“, berichtet der Voluntier den jungen Sportlern. Ein weiteres Tier erspähen Dominique und Moritz am kanadischen Haus. Dort steht ein lebensgroßer Elch, das Wahrzeichen im Dorf in Whistler. „Ich glaube jeder Sportler und jeder Besucher hat sich hier schon fotografieren lassen,“ erklärt Uwe. Nach dem angesprochenen „Pflichtphoto“ machten sich die Jugendlichen und ihre Weggefährten auf dem Weg zum Essen im großen Zelt von Whistler. In diesem Zelt, welches so groß wie ein Fußballfeld ist, können die Sportler aus aller Welt die verschiedensten Gerichte genießen. Ob asiatische, italienisch, continental oder doch das einfache Fast-Food, alles steht den Sportlern zur Verfügung. Dazu kommt noch eine riesige Obstbar mit allen Obstsorten die man sich vorstellen kann. Doch nicht nur das Essen in dem Zelt ist beeindruckend. Das Besondere an dem Speisesaal XXL ist die Atmosphäre. Sportler aus aller Welt sitzen an den verschiedenen Tischen und essen miteinander. Ob Olympiasieger aus Norwegen oder Teilnehmer aus Ghana, alle werden gleichwertig behandelt. So wurden auch Dominique und Moritz offen vom deutschen Skisprungteam aufgenommen. Zusammen mit Michael Uhrmann, Pascal Bodmer und Michael Neumeyer unterhielten sich die Teilnehmer des Jugendlagers über ihren eigenen Sport und über das Jugendlager an sich. Nach dem Essen und dem Sammeln der Unterschriften unser deutschen Adler mussten sich die jungen Athleten dann wieder auf dem Weg machen. Denn am Abend sollte auf die beiden noch ein weiteres Highlight warten. 

Nach dem Besuch im olympischen Dorf stand noch der Besuch der Skeletonwettbewerbe der Frauen und Männer auf dem Programm. Zusammen mit zwei weiteren Teilnehmern des Jugendlagers feuerten Dominique und Moritz die deutschen Athleten mit lauten Fangesängen an. Als dann noch die deutschen Damen mit den Plätzen zwei und drei, zwei weitere Medaillen für das deutsche Team einfuhren, war die Stimmung auf dem Siedepunkt. Ausgelassen feierten die Teilnehmer des Jugendlagers zusammen mit den Briten, die die Goldmedaille erzielen konnten. Als sich dann auch noch der kanadische Skeletonfahrer im anschließenden Männerfinale die Goldmedaille erfahren konnte wurde aus der kleinen Feier eine große Party in weiß und rot. Der Tag deutschen Teilnehmer war dementsprechend einfach nur „AWESOME!!!!!!!“

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